Editorial

Ausgabe # 4

Die work-life-balance gehört wohl zu den bekanntesten Ausdrücken unserer Zeit. Ob sie wirklich schnelllebiger ist als frühere Zeiten? Auf jeden Fall wird sie so wahrgenommen: Die Taktung von Arbeit und Freizeit bestimmt unseren Alltag, und die Grenzen werden immer fließender. Freiräume der Muße scheinen da oftmals kaum möglich, oder können wir Muße auch bei der Arbeit erfahren? Wie verhalten sich Arbeit und Muße zueinander? Dieser Frage widmen sich die Beiträge unserer neuen Ausgabe.

In der Konzeption des Hefts vorgesehen war auch, der Frage nachzugehen, ob sich die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen mit Muße verbinden lässt. Liegt es nicht nahe, aus dem Bedürfnis nach Muße heraus für ein Grundeinkommen zu argumentieren?

Doch zu unserem Erstaunen gelang es uns trotz mehrfacher Anfragen nicht, eine/n Autor/in für einen Leitartikel zum Thema ‚Bedingungsloses Grundeinkommen’ zu gewinnen, ohne ein Honorar zu zahlen. Nach emphatischen Zusagen sprangen die Angefragten wieder ab, weil der Preis nicht stimmte oder die Zeit fehlte. Das zeigt in unseren Augen die Ambivalenz des Ganzen: Die Grundeinkommensdebatte als Phänomen des Spätkapitalismus.

Statt eines Leitartikels liefert nun Jochen Gimmel mit seinem unentgeltlich verfassten Glossar einen Beitrag zu Arbeit (und Kapitalismus). Die anderen Beiträge beleuchten das Spannungsverhältnis von Muße und (kreativer) Arbeit mit Interviews, Rezensionen und Miszellen.

DIY-Anleitungen für gest(r)ickte, genähte, gebastelte Faultiere schließlich richten sich an unsere kreativen Leser/innen und Faultier-Begeisterte!

 

Bianca Blum, Martin Büdel und Tobias Keiling
(Herausgeber/in der 4. Ausgabe)

– für das Redaktionsteam –

Kerstin Fest
Heidi Liedke
Pia Masurczak
Anna Sennefelder

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