Addendum // Wissenschaftlicher Beitrag

Muße, Freiheit und Würde in der Ökonomie als Wissenschaft

Robert Simon

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Vorbemerkung der Herausgeber*innen: Dieser Beitrag ist nachträglich in diese Sonderausgabe zum Thema „Muße und Wissenschaft“ aufgenommen worden. Seinem Inhalt nach gehört er in die Rubrik „Wissenschaftliche Beiträge“ und beruht auf einem Vortrag, der im Rahmen der Ringvorlesung „Muße und Wissenschaft“ im Rahmen des SFB 1015 gehalten wurde. Die nachträgliche Aufnahme begründet sich also zum einen durch den lebendigen Diskussionszusammenhang unseres Vorhabens, dem er entspringt, zum anderen aber auch durch seine Fragestellung, die für dieses Themenheft zentrale Motive wie den Begriff der Ökonomisierung und des Herstellungsparadigmas der Wissenschaften aus einer geistesgeschichtlichen Perspektive in den Blick nimmt.

1. Einleitung

Wir erleben heute, in der Moderne des 21. Jahrhunderts, die Vorherrschaft des Ökonomischen sowohl auf globaler, weltpolitischer Ebene als auch mehr und mehr in allen privaten Lebensbereichen. Diese Entwicklung beginnt ausdrücklich mit der Entwicklung der Ökonomie als Wissenschaft im Zeitalter der Aufklärung. Das zugrunde liegende Selbstverständnis ist, dass nur durch die weiter voranschreitende Ökonomisierung der allgemeine Wohlstand vermehrt werden kann, aufgrund dessen allein sich die freiheitliche (demokratische) Grundordnung aufrecht erhalten und verteidigen lässt. Die Herrschaft des Ökonomischen behauptet insofern alternativlos zu sein, weil nur sie die Bedingungen schafft, die gegeben sein müssen, damit schließlich die höheren Bedürfnisse des Menschen wie etwa Zeit für Muße, Verwirklichung der Freiheit oder die Würde des Menschen ganz zur Entfaltung kommen können.

Gleichzeitig sind der Machtanspruch und das Selbstverständnis des Ökonomischen besonders seit seiner Wissenschaftswerdung aus ethisch-philosophischer Sicht dem Vorwurf ausgesetzt, dass die Inbeschlagnahme der Wirklichkeit durch Optimierungskalkül und Profitmaximierung Spielräume von Muße, Freiheit und Menschenwürde nicht nur beschränkt und gefährdet, sondern letzten Endes verunmöglicht. Trifft der Vorwurf zu, dann wären das Selbstverständnis und die Selbstverständlichkeit des Ökonomischen grundsätzlich in Frage gestellt. Da aber nicht nur die Ökonomie sich selbst als alternativlose Bedingung vermeintlich höherer Bedürfnisse wie Muße, Freiheit und Würde des Menschen versteht, sondern gerade die realen Verhältnisse der (modernen) Wirklichkeit selbst diese Alternativlosigkeit und Dienstbarkeit des Ökonomischen zu bestätigen scheinen, könnte es sein, dass die ökonomische und allgemein vorherrschende Vorstellung von Muße, Freiheit und Würde eine gänzlich andere ist als mögliche ethisch-philosophische Erfahrungen.

Die folgenden Überlegungen beschränken sich auf die Frage, welche Vorstellung von Muße, Freiheit und Würde sich im Ökonomischen ausbildet, wenn man die Voraussetzungen und Grundannahmen bestimmt, aus und in denen sich die Entwicklung der modernen Ökonomie als Wissenschaft vollzieht.1 Es soll gezeigt werden, dass diese Voraussetzungen durch das mechanische Weltbild vorgegeben sind, das sich im Empirismus der frühen Neuzeit herausbildet. Den gemeinsamen Grundzug beider wollen wir als das Operative kennzeichnen. Ein konstitutives Moment des Operativen ist es, Wissenschaft und Wirklichkeit ohne metaphysische Einlassungen einzurichten. Dabei wird deutlich, dass das wissenschaftlich-mechanische Weltbild und das ökonomisch-rationale Menschenbild sich nicht nur ergänzen, sondern komplementäre Züge des Operativen bilden. Diese Einheit des Operativen setzt die fortschreitende maschinenmäßig-technische Einrichtung der Welt in Gang, und zwar als eine in sich abgeschlossene Wirklichkeit, die bis heute die Vorherrschaft und den Machtanspruch des Ökonomischen untermauert. Die Vorstellungen von Muße, Freiheit und Würde erweisen sich notwendigerweise ebenso als rein operative Begriffe.

2. Das Operative als Grundzug des mechanischen Weltbildes

2.1 Die Krise der Metaphysik in der frühen Neuzeit

Anders als etwa die seit der Spätantike kanonisierten Wissenschaften der Mathematik oder Physik entsteht die Ökonomie als Wissenschaft erst in der Neuzeit. Im Grunde ist die Neuzeit eine epochale Krise, durch die der Bezug von Mensch und Welt prinzipiell erschüttert ist. In diesem Bezug wiederum konstituiert sich das, was als Wirklichkeit erfahrbar ist, und zugleich prägt sich, was wir im weitesten Sinne Wissen nennen können. Allgemein lässt sich sagen, dass der Mensch, schlichtweg weil oder indem er existiert, ständig und zwar in einem Zug sowohl seine eigene Existenz als auch die Welt einrichten und gestalten muss. Daher die unweigerliche Not der Frage nach dem Wissen: Wie und woran kann und soll sich der Mensch bei dieser Einrichtung halten und worin gründet dieser Halt, wobei die Not dieser Frage mehr oder weniger dringend und mehr oder weniger ausdrücklich sein kann. Die bis in die frühe Neuzeit eigens bestimmten Prinzipien, auf denen die Einrichtung der Wirklichkeit beruhte, waren durch die mittelalterlich-scholastische, d.h. römisch-christlich bestimmte Metaphysik vorgegeben. Sie bildete den Rahmen, in dem sich ein System der Wissenschaften an den Universitäten ausdrücklich als System des Wissens des Bezugs von Mensch und Welt institutionalisiert hatte. Die oberste und führende Wissenschaft war dabei die von der Philosophie unterstützte Theologie. Die Krise der Neuzeit begann sich zu entfalten, indem dieses System des Wissens nicht mehr im Stande war, die Zusammengehörigkeit von Mensch und Welt in ihrer Ganzheit zu tragen und so verbindliche Maßstäbe für das Einrichten der Wirklichkeit an die Hand zu geben. Kurz gesagt, es fehlt ein sicherer Grund. In besonderer Weise ist die Neuzeit eine Krise des metaphysischen Wissens. Als Metaphysik wollen wir im allgemeinen ein Wissen bezeichnen, dass die Wirklichkeit als Ganzes aus einem ersten Grund heraus zu begreifen versucht. Dieser Grund oder diese erste Ursache kann dabei weder von der Art des Wirklichen noch durch Wirkliches bedingt sein. Eine Krise, d.h. Fragwürdigkeit, dieses Wissens ist durch die Notwendigkeit einer prinzipiellen Neuverortung der Quellen sowie einer Neubestimmung des Ausmaßes von Wissen überhaupt gekennzeichnet. Die gesamte Epoche der Aufklärung ist bis in die Moderne und letztlich bis heute ein Audruck dieser Krise.

Als neuer Grund bricht sich in der frühen Neuzeit in verschiedenen Auseinandersetzungen und Gestalten das Vorstellen des Menschen, die menschliche ratio, Bahn. Das Denken im Sinne des Vorstellens, das Bewusstsein, wird das unbedingte Subjekt, das tragende und unerschütterliche Fundament, das allem Wissen zugrunde liegt.

Die geschichtliche Entfaltung der Subjektivität geht jedoch in zwei unvereinbaren Wegen auseinander, die gleichwohl aufeinander bezogen sind. Ein Weg ist der sogenannte Empirismus, der für Metaphysik grundsätzlich unempfänglich ist und sie daher zu verwerfen bestrebt. Diesen wollen wir anhand von Bacon und Newton bis hin zu Adam Smith nachvollziehen. Der andere Weg ist der sogenannte Rationalismus, der die alte Metaphysik im Grunde erneuern will. Dieser wird in der frühen Neuzeit vor allem von Descartes und Leibniz geprägt. Die grundsätzliche Not eines Neuentwurfs der Wissenschaften auf dem Grund der ratio entspringt beiden Strömungen, wobei sich historisch gesehen die für Metaphysik Unempfängliche durchgesetzt hat. Aus der empiristischen Philosophie, Ethik, Wissenschafts- und Rechtslehre entwickelt sich schließlich im 18. Jahrhundert in Schottland und England die Ökonomie als eigenständige Wissenschaft. Der grundlegende und maßgebende Horizont des wissenschaftlichen Wissens, der im Vorhinein die Erfahrbarkeit alles Wirklichen bestimmt, d.h. der Entwurf des Bezugs von Mensch und Welt, ist trotz mitunter einschneidender Verwerfungen und Korrekturen einzelner Axiome und Modelle bis heute gültig.

2.2 Die Grundlegung des mechanischen Weltbildes bei Bacon

Die Bestimmung der Wissenschaftlichkeit und das entsprechende mögliche Ausmaß wissenschaftlicher Erkenntnisse sollen anhand von Francis Bacon und Isaac Newton erläutert werden. Beide prägen in entscheidender Weise die Grundzüge dessen, was wir als das Operative herausarbeiten wollen. Wie vollzieht sich die „Revolution der Denkart“2, die nach Kants Urteil in der frühen Neuzeit durch Bacon angestoßen wurde und die bis heute das Selbstverständnis von Wissenschaftlichkeit mitbestimmt?

Die in dem neu zu gründenden Bezug von Mensch und Welt konstitutiven Elemente Mensch und Welt kehren in den Begriffen Wissen und Wirklichkeit wieder. Bacon spricht in den meisten Fällen von Vernunft oder Verstand (intellectus humanus oder mens) und Natur (natura oder res naturae). Die erste Aufgabe auf dem Metaphysik-unempfänglichen Weg ist es, allem voran diese Elemente so neu einzurichten, dass metaphysische Prinzipien und Einlassungen dabei ausgeschlossen bleiben. Die metaphysischen Spekulationen der scholastischen Systeme, so schien es, hatten sich als unhaltbar und unbrauchbar herausgestellt. Einerseits ließen sich die auf eine neue Art und Weise und durch neue Mittel der Beobachtung und Erfahrung der Natur gewonnenen Erkenntnisse mit der scholastischen Metaphysik nicht mehr weiter vorantreiben oder waren nicht mit ihr in Einklang zu bringen. Andererseits erwies sich die auf die scholastische Dogmatik gestützte Macht- und Ständeordnung des Feudalismus für die selbständiger werdende Vernunft zunehmend als nicht mehr nachvollziehbar und daher nicht ohne weiteres zu rechtfertigen. Die neue zugrunde liegende Leitvorstellung des Bezugs von Mensch und Welt oder von Wissen und Wirklichkeit sollte dagegen die einer an sich vorhandenen Ordnung der Natur sein, einer regelgemäß eingerichteten Wirklichkeit, deren Einrichtung sich durch verstandesmäßige Beobachtungen sicherstellen lassen muss.3 Möglicherweise an sich ungreifbare und uneindeutige metaphysische Prinzipien sollten daher von Anfang an aus dieser Wirklichkeit ausgeschlossen werden.

Wir wollen im Folgenden zeigen, dass und wie sich die neue Leitvorstellung unter Ausschluss des Metaphysischen mit dem Begriff des Operativen fassen lässt. Francis Bacon ist einer der Ersten, der in seinem 1620 erschienenen Hauptwerk Instauratio magna diese neue Leitvorstellung systematisch zu fassen und auszubauen versucht. Der ausschließliche Sinn von den zu bestimmenden Grundsätzen des Wissens dieser Wirklichkeit soll es sein, als verlässliche Basis für die Ableitungen weiteren Wissens und die Implementation technischer Einrichtungen zu dienen. „Satis enim scimus, axiomata recte inventa tota agmina operum trahere, atque opera non sparsim sed confertim exhibere. / Denn wir wissen sicher, dass, wenn die Grundsätze einmal richtig eingerichtet sind, sich ganze Scharen technischer Einrichtungen daraus ableiten lassen, und dass diese Einrichtungen nicht nur vereinzelt, sondern in dichter Folge hervorgebracht werden können.“4 Es ist also von Anfang an klar, dass der Grund von Wissen sich nicht in einem rein theoretisch-kontemplativen Sinn erfüllen kann, sondern vielmehr, so Bacon, „liegt in Wahrheit erst in der Macht der grenzenlosen Einrichtung des Wirklichen das Glück der Menschheit (sed vere res humanae et fortunae, atque omnis operum potentia).“5 Da jedoch die Wirklichkeit ständig und in vielfältiger Form ungeordnet, chaotisch und widersinnig erscheint, weil sich das Wirkliche, so wie es dem Menschen in der Welt begegnet, zunächst und zumeist sowohl der Macht restlosen menschlichen Begreifens als auch der Macht gezielten Einrichtens entzieht, bleibt die Annahme einer unbedingt regelgerechten Wirklichkeit letztlich anzweifelbar. Auf dem die Metaphysik erneuernden Weg der Neugründung des Bezugs von Mensch und Welt versuchten Denker wie etwa Descartes in seinen Meditationen von 1641 diese Zweifel auf einer metaphysisch-prinzipiellen Ebene aufzulösen. Da es diese Ebene bei Bacon nicht gibt, bleibt nur übrig, dass die Leitvorstellung der bedingungslos vorhandenen Ordnung die Dimension der Beobachtung und Erfahrung eigens auf die Regelhaftigkeit feststellbarer Ursachenketten (catenae causarum) einstellt und abrichtet, die die einzelnen Körper mit einander verbindet. Denn „in Wahrheit existieren ja nur einzelne Körper (in natura nihil vere existat praeter corpora individua)6. Damit sich der Kreis der Wirklichkeit schließen kann, müssen Erkenntnis des Wirklichen im Verstand und Einrichten des Wirklichen im Werk (mente vel opere) unbedingt zusammengehen. Einerseits muss der Verstand aus jeder Art von Erkenntnis unmittelbar neue Erkenntnisse ableiten und aufstellen können. Andererseits müssen sich alle Erkenntnisse im Einrichten des Wirklichen beweisen und reproduzieren lassen. Der berühmte Ausspruch Bacons „Wissen ist Macht“ lässt sich daher wie folgt erläutern: Wissen und Wissenschaft sind ausschließlich durch die Macht gerechtfertigt, selbst Wirkliches von der Art vorhersehbarer unbedingter Regelhaftigkeit einzurichten. Wissen und Macht (scientia et potentia) sind Zwillingsabsichten (intentiones geminae), die im Selben zusammenkommen. Anders gesagt, die Annahme einer regelrecht eingerichteten und fertiggestellten Wirklichkeit nötigt den Menschen zugleich zu einem ebenso regelrechten Einrichten und Fertigstellen des Wirklichen, wobei das Fertigstellen den endgültigen Charakter des Einrichtes betonen soll, d.h. in dieser Art und Weise ist sich das Wirkliche endgültig selbst genug. Diesen Grundzug der Leitvorstellung von Mensch und Welt bezeichnen wir als das Operative.7 Einerseits ist in diesem Sinn jedes Wissen operativ, weil es sich in die operative Einrichtung und Herstellung des Wirklichen implementieren lassen muss und weil es sich entweder selbst in anderes Wissen implementieren lässt oder die Möglichkeit zur Implementation anderen Wissens bietet. Andererseits ist das Wirkliche operativ, weil es sich ebenso wie das Wissen in die operative Einrichtung und Herstellung des Wirklichen implementieren lassen muss und weil es sich wiederum als Bedingung operativen Wissens implementieren lässt.

Das Vorstellen hat also nicht nur die freie und ungebundene Natur (non solum naturae liberae ac solutae) zu verarbeiten, sondern vor allem die gebundene und bezwungene Natur (sed multo magis naturae constrictae et vexatae).8

Die operative Leitvorstellung von Wirklichkeit und Wissen tritt der Natur mit dem entschiedenen Anspruch gegenüber, sich ausschließlich im Charakter geregelter Abläufe von Ursachen und Wirkungen zu zeigen. Damit die neuen objektiven wissenschaftlichen Erkenntnisse allererst Geltung beanspruchen können (multum valet), muss der Gegenstand der Erkenntnis, das Wirkliche, allererst als Objekt brauchbar gemacht werden. Dies geschieht durch die vollständig technisch-maschinenmäßige Einrichtung (instrumentis et auxiliis res perficitur)9. Denn, so Bacon, die Natur zeigt sich unter den Zurichtungen des Technisch-Maschinellen, d.h. im Modus des Operativen, mehr als wenn sie sich selbst frei überlassen bliebe (quandoquidem natura rerum magis se prodit per vexationes artis quam in libertate propria)10. Mit anderen Worten, objektive und jederzeit wiederholbare wissenschaftliche Erkenntnisse haben notwendigerweise den Charakter des Operativen, d.h. sie werden hergestellt, indem sowohl die Natur als Ganzes als auch die Natur der Dinge im Sinne einer Maschine vorgestellt sind. Was möglicherweise die Natur als Ganzes oder die Natur als Wesen eines Dinges oder einer Sache ist, bleibt nicht nur unbefragt, sondern ist unbefragbar. Wissenschaftlich-operative Erkenntnisse sind ausschließlich auf den erläuterten Vorstellungshorizont eingeregelt. Sie haben nicht nur keinen Bezug zu metaphysischen Grundfragen, sondern sind auch notwendigerweise blind für die mögliche wesentliche Verschiedenartigkeit des Wirklichen, etwa zwischen belebter und unbelebter Natur oder zwischen irdischen Körpern und Himmelskörpern. Eine wesensmäßige, d.h. ontologische Unterscheidung zwischen Natur und Technik bzw. nicht hergestelltem und bewusst hergestelltem Wirklichen, wie etwa in der aristotelischen Physik, lässt sich im Horizont des Operativen nicht aufrecht erhalten, weil es für die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse unerheblich ist, ob sie sich direkt auf Maschinen beziehen oder auf eine „Natur“, die als Maschine vorgestellt ist. Denn das Wissen wird ja wiederum gerade nicht mehr aus Erscheinungen der „Natur“ gewonnen, sondern in Experimenten erzeugt, d.h. in technisch-maschinell eingerichteten Versuchsapparaturen, deren grundsätzliches Format durch das Operative im Vorhinein festgelegt ist. Das bewusstseinsmäßige Vorstellen (intellegere) des Menschen ist daher, wie schon erwähnt, nie eine Kontemplation, sondern notwendigerweise immer ein „Machen (facere) des Wirklichen“ (homo facit et intelligit)11.

So wie einerseits das Vorstellen ständig das vermeintlich Natürliche durch technisch-maschinelle Einrichtungen berichtigen und erweiterten muss, so muss andererseits auch das Bewusstsein selbst ununterbrochen umwillen des Operativen (ut opus mentis resumatur) ins Technisch-Maschinelle hin eingerichtet werden.

ac mens, jam ab ipso principio, nullo modo sibi permittatur, sed perpetuo regatur; ac res veluti per machinas conficiatur. / Das Bewusstsein darf von Anfang an nicht sich selbst überlassen bleiben, sondern muss ununterbrochen neu eingerichtet werden, damit das Wirkliche wie von Maschinen gesteuert vollendet eingerichtet wird.12

Es zeigt sich also, dass mit der berühmten empiristischen Vorstellung des Verstandes als tabula rasa13 ganz und gar nicht ein unbefangener und freier Blick auf die Wirklichkeit gemeint sein kann. Bacon beklagt ja gerade: „[…] si intellectus humanus aequus et instar tabulae abrasae esset. / Wenn das menschliche Vorstellen doch ebenmäßig abgerichtet wie eine tabula rasa wäre.“14 Die Vorstellung der tabula rasa meint demzufolge nicht, wie das Bewusstsein an sich oder von Natur aus ist, sondern wie es als Bedingung für ein bestimmtes Erkenntnisformat selbst als ein bestimmtes Format eingerichtet werden soll (ut etiam rei remedium quaerendeum esse putemus)15. In diesem Format hat es schließlich stets und ohne Ausnahme eine von allem nicht-operativ Verwertbaren bereinigte Wirklichkeit vor sich. Das heißt, der Erkenntnisprozess kann unmittelbar auf der Ebene des sinnlich Wahrnehmbaren ansetzen, ohne sich Rechenschaft über vermeintlich zugrunde liegende metaphysische Begriffe ablegen zu müssen. Stattdessen wird entweder und scheinbar nachträglich in Grundannahmen und Axiomen die Beschaffenheit von notwendigen, aber nicht wahrnehmbaren Vorstellungen angesetzt, wie etwa Substanz, Kraft oder Raum und Zeit, die die Erscheinungsformen des operativ eingerichteten Wirklichen bestätigen und weiter ihre Operabilität absichern, oder es werden Allgemeinbegriffe aus der sinnlichen Wahrnehmung abstrahiert, wie etwa Farbe, Wärme oder Geschmack, die ebenfalls den operativen Grundzug des Wirklichen verstetigen. Außer der funktionalen Anforderung der Absicherung und Bestätigung haben diese Grund- und Allgemeinbegriffe letztlich keinen Sinn. Damit ist der Grundstein für die auf Modellen basierende Wissenschaft gelegt. Denn der Sinn dieser Art von naturwissenschaftlichen Modellen ist ja ebenso auf Funktionalität beschränkt, indem das Modell gerade nicht den Anspruch erhebt, die ‚Natur einer Sache‘ zu erklären. Es stellt allerdings sicher, dass die in einem vorbestimmten Rahmen machbaren Erfahrungen operativ miteinander in Bezug gesetzt werden können. Um dieses Verfahren möglichst lückenlos und allumfassend auszubauen, entwickelt Bacon seine ‚induktive Methode‘. Wissenschaftliche Erkenntnis beginnt danach mit (Einzel-)Beobachtungen (particularia) und schließt dann weiter auf Grund- und Allgemeinbegriffe (generalia). Sie bildet neben den erörterten Einrichtungen von Wirklichkeit und Wissen ein Grundelement, durch das sein Versuch einer Neugründung des Bezugs von Mensch und Welt zu einen gewissen Abschluss kommt.

Bevor wir im nächsten Schritt die Kennzeichnung des mechanischen Weltbildes abschließen, fassen wir die herausgestellten Grundzüge des Operativen noch einmal kurz zusammen. Im Horizont des Operativen erscheint, erstens, die Wirklichkeit, die „freie Natur“, als ob sie eine Maschine wäre. Zweitens, weil das Wissen nicht auf metaphysischen Prinzipien aufgebaut ist, muss sich die Annahme der maschinenmäßigen Vorstellung der Wirklichkeit durch und im Wirklichen selbst bewähren, d.h. dadurch, dass das Wirkliche immer mehr technisch-maschinell vorgestellt und eingerichtet wird, also in der bewusst technisch-maschinell hergestellten Wirklichkeit. Drittens schließlich fordert auch das Vorstellen selbst, das Bewusstsein des Menschen, eine spezifisch technisch-maschinelle Einrichtung, weil nur so der neu zu gründende Bezug von Mensch und Welt den erstrebten und zugleich vorausgesetzten Grundcharakter der unbedingten und kontrollierbaren Regelhaftigkeit annehmen kann.

2.3 Die Vollendung des mechanischen Weltbildes durch Newton

Während Bacon, wie wir gesehen haben, zu Recht als einer der entscheidenden Wegbereiter des Neuentwurfs von Wirklichkeit und Wissenschaft im Sinn des Operativen gilt, der „Chef […] der Erfahrungsphilosophen“16, wie Hegel bemerkt, bleibt doch ein erhebliches Manko in seiner Grundlegung bestehen. Es ist nämlich nicht im eigentlichen Sinn ein System, und zwar deshalb nicht, weil einerseits konkrete Schlüsselbegriffe fehlen, auf der sich ein ganzes operatives System der Wirklichkeit aufbauen lässt, andererseits weil die induktive Methode noch nicht im Stande ist, die operativ eingerichtete Wirklichkeit und das operativ eingerichtete Vorstellen umfassend zu verbinden.17

Newtons „Mechanik“ hingegen ist die erste umfassende und in sich konsistente Verwirklichung der Revolution der Denkungsart in ihrer Metaphysik-ausschließenden Gestalt. Es ist in dieser Hinsicht bemerkenswert und zugleich nicht verwunderlich, dass sich Newton in seinem Entwurf maßgeblich an den metaphysisch angelegten Principia Philosophiae von Descartes abarbeitet. Die überwältigende Leistung besteht darin, dass er die Einrichtung des Operativen eindeutig und unbedingt als ein System vollzieht. Dies wiederum gelingt, indem Newton erkennt, dass der Schlüssel zur Vereinheitlichung aller Erscheinungen des Wirklichen in einer formal-mathematischen Methode liegen muss. Im Vorwort seiner Principia von 1686 schreibt er, dass zwar die Mechanik von alters her für die Naturerforschung besonders wichtig war (cum Veteres Mechanicam in rerum Naturalium investigatione maximi fecerint), dass der entscheidende Schritt aber die Überwindung der metaphysischen Substanzlehre in der Neuzeit ist (et recentiores, missis formis substantialibus), weil erst dadurch das Wirkliche ausschließlich auf mathematische Regeln zurückgeführt werden kann (Phaenomena Naturae ad leges Mathematicas revocare aggressi sint). Die Absicht seines Werkes ist daher, so Newton weiter, die Mathematik so weit auszubauen, dass sich auch philosophische Grundfragen mathematisch betrachten lassen (Visum est in hoc Tractatu Mathesin excolere quatenus ea ad Philosophiam spectat).18 Im Gegensatz dazu hatten Descartes und Leibniz zur gleichen Zeit in ihren verschiedenen metaphysischen Ansätzen gezeigt, dass eine mathematisch-mechanische Grundlegung der Wirklichkeit nicht allein tragfähig ist.

Es zeigt sich also, dass bei Newton die Macht des Vorstellens vor allem in der Mathematisierbarkeit von Wirklichkeit überhaupt sowie in der rechnerischen Beherrschung feststellbarer Effekte des Wirklichen liegt, die sich in der experimentellen Naturbeobachtung ständig und kohärent verwirklichen lassen. Anders gesagt, die metaphysische Frage nach Wesensgesetzen wird durch die operative Feststellung berechenbarer Werte ersetzt. Es zeigt sich, dass die Leitvorstellung wiederum das Operative ist. Entscheidend herausgestellt ist in methodischer Hinsicht gegenüber Bacon allerdings das operativ-mechanische Rechenpotential des menschlichen Bewusstseins, dessen Verständnishorizont primär auf das sinnlich wahrnehmbare und unmittelbar vorfindliche Wirkliche eingestellt und eingeschränkt ist. Außerdem sind die Bedingungen der operativen Erfahrung des Wirklichen, die Bacon im Ansatz beschrieben hatte und die im empirisch-mechanisch ausgerichteten Bewusstsein eingerichtet werden müssen, bei Newton eindeutig durch konkrete Begriffe bestimmt. Während alles Wirkliche nicht nur als Körper vorgestellt, sondern durch den Begriff der Masse präzisiert ist, ist die an allem Wirklichen feststellbare Kraft, die universale Wirkursache, die Gravitation (allgemeine Bewegungsgesetze). Alles Wirkliche übt durch seine Masse und seine Ortsveränderung, d.h. seine Beschleunigung, Kraftwirkungen auf alles andere aus (spezielles Kraftgesetz). Da Masse, Beschleunigung und Kraft im Vorhinein als quantitativ bestimmbare Größen eingerichtet sind, lässt sich jedes einzelne Wirkliche in Bezug auf Anderes (besondere Anfangsbedingungen der Bewegung) in einer mathematisch-rechnerischen Betrachtung eindeutig rechnerisch bestimmen.

Die oben erwähnte und zunächst an einzelnen Erscheinungen beobachtbare Unzulänglichkeit und Unbeständigkeit des Wirklichen lässt sich im Zusammenhang mit anderen Erscheinungen dadurch erklären und gewissermaßen ausreichend verschieben, dass eine mess- und berechenbare Ursachenkette zwar nicht jederzeit faktisch dargestellt werden kann, aber dargestellt werden könnte. Die Kette ist potentiell unendlich lang, weil es einen ersten Anfangsgrund natürlich nicht gibt. Denn auch für das System Newtons gilt, dass die zugrunde gelegten nicht-empirischen Vorstellungen, etwa der absolute Raum oder die absolute Zeit, auch die Begriffe Kraft und Masse, als solche nicht befragt sind, wie etwa bei Leibniz und später bei Kant, die aufgrund einer ausdrücklich metaphysischen Erfahrung vor allem den Vorstellungen von Raum und Zeit bei Newton vehement widersprochen haben.19 Die Begriffe rechtfertigen sich lediglich durch ihr Potential, die operative Erkenntnisgewinnung sicherzustellen.

Newtons System ist daher ein Entwurf der Wirklichkeit, der zwar auf metaphysische Begriffe zurückgreift, aber dennoch ohne ausdrückliche metaphysische Einlassungen zustande gebracht ist. Denn ein Übersteigen des in der individuell eingerichteten Erfahrung unmittelbar sinnlich Gegebenen ist im Erkenntnisprozess selbst nicht nötig. Vielmehr ist jede Form von Transzendenz, d.h. jede ausdrückliche metaphysische Fragestellung, eine Störung, insofern dadurch eine andersartige Sphäre von Gesetzmäßigkeit ins Spiel kommen könnte, die notwendigerweise das mechanisch-operative Wissen relativieren würde.

3. Implementation des Operativen in die Ökonomie
und umgekehrt

3.1 Die Vervollständigung des mechanischen Weltbildes durch die Ökonomie

Die Neubegründung des Bezugs von Mensch und Welt, die sich im Wirklichkeits- und Wissenschaftsverständnis bei Bacon und Newton widerspiegelt, ist, wie sich gezeigt hat, nicht eine Frage, die auf den Bezug des Menschenwesens zum Grund des Ganzen gerichtet ist, sondern eine Frage der faktischen Einrichtung der Welt nach Maßgabe der Vorstellung einer stetig weiterzuentwickelnden Maschine. Mit anderen Worten, die unmittelbar begegnende Wirklichkeit ist angesichts des nach operativer Einrichtung strebenden Bewusstseins des Menschen noch nicht das, was sie sein soll. Dieser Aspekt des Sollens macht deutlich, dass die mechanische und vermeintlich nüchtern-wissenschaftliche Vorstellung einen, man kann fast sagen moralischen Grundzug hat, d.h. eben nicht nur eine Frage der vermeintlich unbeteiligten Weltbeobachtung ist, sondern auch einen klaren Bezug zum Handeln des Menschen hat. Ihr impliziter Imperativ lässt sich wie folgt formulieren:

Betreibe ununterbrochen die Einrichtung der Wirklichkeit, und zwar umwillen und gemäß der Vorstellung einer ständigen Annäherung an eine perfekte Maschine, und lass dich dabei nicht von der Unmöglichkeit ihrer faktischen Erfüllbarkeit beirren.

Trotz dieses impliziten moralischen Grundzuges war in der operativen Einrichtung der Wirklichkeit bislang nicht der Anspruch erhoben worden, die ganze Wirklichkeit umfassen zu wollen, indem sich die neue wissenschaftliche Weltsicht nur auf den Bereich der sogenannten Naturerscheinungen beschränkte. Der Bereich des Moralischen hingegen, der im weitesten Sinne Handlungen im menschlichen Miteinandersein umfasst, war bislang noch nicht als eigens abgesteckter Gegenstandsbereich ausdrücklich wissenschaftlicher Erkenntnis herausgestellt. Die Fragen nach Muße, Freiheit und Menschenwürde im Rahmen der Herrschaft des Ökonomischen, die uns eigentlich beschäftigen, sind bei Bacon und Newton nicht in die operative Einrichtung der Wirklichkeit einbezogen. Auch bei Hobbes, Locke und Hume, die besonders auf dem Gebiet der Moralphilosophie Wegbereiter der Ökonomie als Wissenschaft sind, ist noch nicht entschieden ein eigener operativer Rahmen des Ökonomischen eingerichtet. Es ist diese Leerstelle des Operativen, welche die neue Ökonomie im 18. Jahrhundert sich anschickt zu besetzen, indem sie das operative Wirklichkeits- und Wissenschaftsverständnis in den Bereich moralischer Grundfragen sowie der Bewertung konkreter Handlungsabsichten implementiert.

Das bahnbrechende Werk, das der Entwicklung der Ökonomie als Wissenschaft den entscheidenden Impuls gibt, ist bekanntermaßen Adam Smiths Wealth of Nations von 1776. Es besteht kein Zweifel, dass für Smith das System Newtons den ultimativen Vorstellungsrahmen für jede Form von Erkenntnisgewinn darstellt.

The superior genius and sagacity of Sir Isaac Newton, therefore, made the most happy, and, we may now say, the greatest and most admirable improvement that was ever made in philosophy. / Der überlegende Geist und die Genialität Sir Isaac Newtons bescherte daher den glücklichsten und, so können wir jetzt sagen, den größten und bewunderungswürdigsten Fortschritt, der überhaupt je in der Philosophie gemacht wurde.20

Da im mechanischen Weltbild bereits ein Totalitätsanspruch auf die Wirklichkeit aller Naturerscheinungen besteht, der zugleich eine moralische Vorstellung impliziert, kann es nicht verwundern, dass dieses Erfolgsmodell auch auf alle anderen Wirklichkeitsbereiche ausgeweitet wird.21 Dies geschieht in der aus der Moralphilosophie hervorgehenden Ökonomie bei Adam Smith. Die Voraussetzung für die Implementation des Operativen in den Bereich des Ethischen ist, dass beobachtbare und feststellbare Empfindungen zur einzigen Quelle aller Moralbetrachtungen gemacht werden, was Smith bereits in seinem moralphilosophischen Hauptwerk The Theory of Moral Sentiments von 1759 ausgeführt hatte. Durch diese Grundannahme kann auch die Empfindungswelt der Gefühle objektiviert werden, d.h. für den operativen Vorstellungshorizont der rechnend-planenden Weltzugang zugerichtet und in ihn eingestellt werden.

Im Wealth of Nations ist die Ökonomie schließlich als ein eigenständiger und für sich zu betrachtender Gegenstandsbereich herausgestellt, nämlich als geschlossenes Kreislaufmodell, das wie das System Newtons ohne metaphysische Einlassungen eingerichtet ist. So wie das mechanische Weltbild potentiell alle Naturerscheinungen ausnahmslos umfasst, hat das Ökonomische das Potential, alle menschlichen Handlungen zu erfassen.

3.2 Die Wirklichkeitsvorstellung der Ökonomie als Wissenschaft

Die Wirklichkeitsvorstellung, die der Ökonomie als Wissenschaft zugrunde liegt, lässt sich wie folgt kennzeichnen. Alle Empfindungen und Handlungen müssen sich in Analogie zum mechanischen Weltbild auf fundamentale, mess- und berechenbare Wirkungsgrößen abrichten lassen. Das allgemeine operative Rechenformat dieser Wirkungsgrößen ist der Wert. Die beiden für die Einrichtung der Wirklichkeit menschlichen Miteinanderseins in einer Welt für alles Denken, Fühlen und Handeln zugrunde gelegten Gegebenheiten sind die Empfindungsreize Lust und Schmerz. Weil Lust und Schmerz schon im Vorhinein als Werte festgestellt sind, bleibt die Vieldeutigkeit dieser an sich fragwürdigen menschlichen Grunderfahrungen ausgeschlossen. Da die Ökonomie die explizite Vervollständigung des impliziten moralischen Grundzugs des mechanischen Weltbildes ist, werden die Empfindungswerte Wohl und Weh unmittelbar und folgerichtig zu „gut“ und „schlecht“. Das, was wohl tut, ist, was eigentlich zu sein hat. Das, was Weh verursacht, ist, was letztlich nicht sein soll. Die beiden Wertparameter „gut“ und „schlecht“ gehen mit entgegengesetzten Vorzeichen und einem jeweiligen Wertbetrag in eine einfache Grundgleichung ein, mit der sich im Weiteren Handlungsabsichten empfindsamer Wesen, d.h. sowohl tierische als auch menschliche Handlungen, ausrechnen lassen. Eine Handlung erscheint nur dann als rational nachvollziehbar und in gewisser Weise legitim, wenn durch sie eine Wertsteigerung zu erwarten ist. Diese Gleichung gilt für die Ökonomie als eine Gegebenheit und das subjektive Moment dessen, was im Folgenden weiter als Basiswertschema der Ökonomie gekennzeichnet werden soll. Die allgemeine Wirklichkeitsvorstellung der ökonomischen Wertlehre lautet wie im mechanischen Weltbild: Nur die bewusst hergestellte Wirklichkeit ist die eigentliche und wahre Welt. Demzufolge ist die unmittelbare, gewissermaßen natürliche Lustempfindung gerade nicht, was sein soll, sondern erst das rechnend-planend entworfene und eingerichtete Optimum aller Lust- und Wohlpotentiale ist, was im eigentlichen Sinn sein soll. Hier zeigt sich, dass der Sinn von Bewusstsein und menschlicher Rationalität ganz in der Vorstellung des Optimierungskalküls aufgeht. Da im oben angesprochenen Basiswertschema kein anderer Bezug zur Wirklichkeit zugelassen wird, wird jede Handlung als ein bestimmter Einsatz und Verbrauch von Wirklichem umwillen der Steigerung des Wohlbefindens, d.h. als Wertsteigerung, verstanden. Das objektive Moment des Basiswertschemas ist die Gegebenheit, dass die Ausstattung der Welt mit verbrauchbaren Ressourcen begrenzt ist.22 Als Mittel des Verbrauchs sowie durch deren Begrenztheit und Knappheit wird im Rahmen der ökonomischen Wirklichkeitsvorstellung alles Wirkliche als Ressource verstanden. Daraus folgt, dass im Basiswertschema alles Wirkliche, jede Ressource, zu jeder Zeit einen bestimmten Wert hat. Während die Knappheit der Ressourcen zwar gegeben ist, bleibt die Art und Weise des Gebrauchs sowie die Auswahl von Ressourcen dem rechnend-planenden Bewusstsein des Menschen anheim gestellt. Die Macht des Bewusstseins liegt auch hier wieder in der Vorstellung des Optimierungskalküls, das bei jedem Einsatz einer Ressource mindestens eine mögliche Alternative gegenrechnet. Aus dem Basiswertschema leitet sich eine bestimmte Auslegung der Grund- und Urhandlung des Menschen, nämlich der des Tausches ab. Bei Smith ist daher der Tausch nicht ein einfaches Geben und Nehmen oder eine Ausdruck zwischenmenschlichen Miteinanderseins, sondern von vornherein ausdrücklich und ausschließlich als ein Geschäft verstanden, d.h. eine bestimmte vertraglich geregelte Operation, die einen festgesetzten Zweck zu verwirklichen hat.

The propensity to truck, barter, and exchange one thing for another. […] It is common to all men, and to be found in no other race of animals, which seem to know neither this nor any other species of contracts. […] Every man thus lives by exchanging, or becomes in some measure a merchant, and the society itself grows to be what is properly a commercial society. / Die Neigung zu handeln und ein Ding gegen ein anderes zu tauschen ist das Auszeichnende des Menschen. Denn ein solcher Vertrag findet sich bei keinem anderen Lebewesen. […] Die Tauschgeschäfte sind die Lebensgrundlage des Menschen, er wird also in gewisser Weise ein Geschäftsmann und das menschliche Miteinander entwickelt sich zu einem richtigen Unternehmen.23

3.3 Arbeitsteilung als Schüsselbegriff des Operativen

Die rein operative Auslegung der Grund- und Urhandlung des Menschen als Tauschgeschäft führt unmittelbar zu neuen Erkenntnisgewinnen und Einrichtungen des Wirklichen. In Smiths Neuansatz des Ökonomischen ist das vor allem der Begriff der Arbeitsteilung. Während im merkantilen System vor allem der Handel im Zentrum stand und bei den Physiokraten die Landwirtschaft, ist die Arbeitsteilung im industriellen Sinn einer der entscheidenden Ansätze zur Neubestimmung und Verwissenschaftlichung der political economy. „It is the power of exchanging that gives occasion to the division of labour / Die Macht der Tauschgeschäfte führt zur Arbeitsteilung“24. Im Verständnis von Arbeit zeigt sich wiederum eine seltsame und nicht selbstverständliche Ambivalenz, auf die es auch deshalb besonders aufzumerken gilt, weil sie später für die Kennzeichnung des ökonomischen Verständnisses von Muße entscheidend ist. Zum einen ist Arbeit die Bedingung, auf die alle Werte und jede Form der Wertschöpfung ursächlich zurückgeführt werden muss. Zum anderen ist Arbeit an sich aber nichts als die Mühe und der Ärger, die man erträgt, um etwas anderes dafür zu bekommen („the toil and trouble of acquiring something“)25. Im Basiswertschema Lust oder Schmerz hat Arbeit also mittelbar einen positiven, unmittelbar aber einen negativen Wert. Die Arbeit ist ein Zustand, dem an sich betrachtet jederzeit und überall Nicht-Arbeit als ein Zustand des Angenehmen vorzuziehen ist. Deshalb hat die Arbeit für den Arbeiter je Zeiteinheit einen negativen, aber betragsmäßig gleichen Wert, wie der Zustand der Nicht-Arbeit, d.h. eines potentiell angenehmen Zustandes. Arbeiten ist ein Tauschgeschäft zwischen dem unmittelbar erlebten – ständig und überall gleich bleibenden – negativen Wert und dem mittelbar erzeugten positiven Wert. Arbeit fungiert deshalb als das einzige universale und zugleich exakte Wertmaß: „Labour […], it appears, evidently is the only universal, as well as the only accurate measure of value“26. Dadurch, dass Arbeit ausschließlich Mittel zum Zweck ist, ist sie ganz und gar für das Operative zurechtgemacht. Kurz gesagt: Arbeit ist – wertmäßig – alles und – für sich – nichts. Weil Arbeit, qualitativ gesehen, beliebig austauschbar ist, ist sie in quantitativen Einheiten ständig verfügbar. Die Arbeitsteilung, die Zerstückelung einer ursprünglich qualitativen Einheit in immer kleinere quantitative Einheiten, liefert so immer mehr Handelsware für immer mehr Tauschgeschäfte, d.h. die Vervielfachung des in Anschlag gebrachten Optimierungskalküls, das ständig die Umwandlung aller Potentiale in effektive Werte betreibt, die sich wiederum in Tauschgeschäften weiter verwerten lassen.

Da sich im Tauschgeschäft, d.h. durch die jeweils verschiedene Art und Weise des Einsatzes und Verbrauchs von Wirklichem, der Sinn eines Dinges oder einer Sache ändert, d.h. operativ gesprochen, sein Wert jeweils neu ausgehandelt wird, und weil in der operativen Wirklichkeitsvorstellung so etwas wie das Wesen eines Dinges oder einer Sache schlichtweg keine Rolle spielt, werden die Dinge letzlich aufgrund des subjektiven Zurechtmachungsschemas des Optimierungskalküls zu dem, was sie sind. Dass in dieser Operation der eigentliche Sinn und Zweck der Macht des Bewusstseins liegt, hatte auch Bacon klar formuliert.

Super datum corpus novam naturam sive novas naturas generare et superinducere, opus et intentio humanae Potentiae. / Das operative Einrichten und die damit verbundene Absicht menschlicher Macht liegt darin, eine neue Natur des Wirklichen hervorzubringen bzw. sie dem Wirklichen aufzustempeln.27

Um die Wirklichkeitsvorstellung des Ökonomischen zusammenfassend zu kennzeichnen, halten wir Folgendes fest. Allgemein lässt sich zeigen, dass die Ökonomie als Wissenschaft eine Ergänzung des zugrunde liegenden mechanischen Weltbildes ist, mit dem zusammen sie das, was wir als übergeordneten Grundzug das Operative genannt hatten, vervollständigt. Im engeren Sinn ist das ökonomische Weltbild durch ein Basiswertschema bestimmt. Dieses hat zum einen eine subjektive Bedingung, nämlich den als gegeben angenommenen Fakt, dass die Empfindungen Lust und Schmerz den Wertparametern „gut“ und „schlecht“ gleichgesetzt werden müssen, zum anderen eine objektive Bedingung, nämlich den ebenfalls als gegeben angenommenen Fakt der Knappheit der Ressourcen. Diesen Gegebenheiten steht wiederum das verstandesmäßige Bewusstsein des Menschen im Sinne des Optimierungskalküls gegenüber. Auf der subjektiven Seite versucht es, Zustände des Wohlbefindens in einem langfristigen Optimum einzurichten, auf der objektiven Seite rechnet es ständig mit einem alternativen optimalen Einsatz von Ressourcen. Den unmittelbaren Effekt des Neuansatzes der Ökonomie als Wissenschaft hatten wir am Beispiel der Arbeitsteilung verdeutlicht. Im abschließenden Teil wollen wir nun klären, welche Bedeutung Begriffe von Muße, Freiheit und Menschenwürde im Rahmen des Ökonomischen haben.

3.4 Muße, Freiheit und Menschenwürde in der Ökonomie

Der Antrieb, ein vollumfassendes System der Arbeitsteilung auszubilden, gründet in dieser Form weder bloß in der Eignung bestimmter Menschen zu bestimmten Tätigkeiten noch in der Absicht, bestimmte Dinge herzustellen, sondern vornehmlich durch den in Aussicht stehenden (Tausch-)Wert. Es gibt in der operativen Ökonomie keine grundsätzliche, sinnvolle oder notwendige Frage danach, wer etwas herstellt und warum er es tut oder was und wofür etwas hergestellt wird. Die einzige Frage ist das Wie der Herstellung, weil die in Aussicht stehende Wertsteigerung als Antrieb der Herstellung in jeder Hinsicht ausreichend ist.

Um jetzt ausdrücklich nach den Spielräumen von Muße, Freiheit und Würde fragen zu können, wollen wir noch einmal die Bedingungen des menschlichen Daseins im Rahmen der ökonomischen Wirklichkeit deutlich machen. Aufgrund der objektiven universalen Bedingung der Knappheit der Ressourcen kann der Mensch nicht frei und ungehindert die Forderung der allgemeinen subjektiven Bedingung des Basiswertschemas erfüllen, welche die auschließliche Einrichtung von Zuständen des Wohlbefindens, d.h. der Nicht-Arbeit, verlangt. Der Mensch ist gezwungen, seine Zeit mit Arbeit zu verbringen, um die knappen Ressourcen optimal für die Wertsteigerung einsetzen zu können. Der Bezug von Mensch und Welt ist also in dieser Weltsicht ursprünglich ein Zustand der Un-Muße und der Un-Freiheit, in dem aufgrund der fehlenden Zeit, etwa für Bildung und Kultur, die instinktmäßige Triebbefriedigung und überhaupt die sogenannten Grundbedürfnisse, im Gegensatz zu den höheren moralischen Bedürfnissen, im Vordergrund stehen. Ein Zustand, der eigentlich nicht so sein soll und den der Mensch bestrebt sein muss durch Zustände der Muße und Freiheit zu ersetzen. Das gelingt gemäß dem Selbstverständnis der Ökonomie nur dadurch, dass der Mensch sein Handeln mehr und mehr dem Optimierungskalkül unterwirft und die operative Einrichtung des Wirklichen weiter vorantreibt. Denn nur so sichert sich der Mensch das größtmögliche Ausmaß verfügbarer Ressourcen und den effizientesten Einsatz und Verbrauch seiner selbst als Arbeitskraft.

Die der Ökonomie zugrunde liegende Moralvorstellung ist das konstitutive Element bei der Einrichtung ihrer spezifischen Annahmen über die Wirklichkeit. Für die Vorbereiter und Begründer der Ökonomie als Wissenschaft wie James Steuart, Thomas Malthus oder Adam Smith war diese moralphilosophische Perspektive mit Sicherheit das vornehmliche Motiv ihrer Arbeit. Wir wollen die ökonomischen Annahmen jetzt genauer als Wohlstandshypothese bezeichnen und durch drei Momente charakterisieren. Erstens, das Ziel der Herrschaft des Ökonomischen ist es, Wohlstand zu schaffen, um den Menschen Schritt für Schritt aus dem Zustand der Un-Muße und Un-Freiheit herauszuführen, sodass sich in Zeiten der Muße allererst Freiheit und Würde entfalten können und er sich den höheren, moralischen Bedürfnisse widmen kann. Das ist auch das Grundanliegen von Adam Smiths Wealth of Nations. Schon zu Beginn des Wealth ist klar herausgestellt, dass die civilized and thriving nations ein Wohlstandsniveau erreicht haben, d.h. einen Grad der Zivilisiertheit und Sittlichkeit, den die savage nations unmöglich erreichen können. Zweitens, nur die durch das ökonomische Optimierungskalkül gesteuerte Einrichtung der Wirklichkeit ist in der Lage, die Bedingungen für Muße und Freiheit im Wirklichen herzustellen. Ungeeignet hingegen sind metaphysische Spekulationen über das Wesen des Menschen und die letzten Ursachen des Seins. Bereits in seiner Theory of Moral Sentiments hatte Smith dargelegt, dass sich finale Ursachen allein auf der Ebene des Operativen der Wirkursachen angehen lassen.28 Drittens, der Erfolg bei der Herstellung der genannten Bedingungen vollzieht sich allmählich und zwar so, dass der operative Erfolg im Einzelnen, d.h. die individuelle Optimierung des Wohlbefindens, wie von selbst das vermeintlich Nicht-Operative im Ganzen, den allgemeinen Wohlstand, verwirklicht. Diese Vorstellung ist die ebenfalls aus dem Wealth stammende und durch Adam Smith berühmte gewordene „Theorie“ der unsichtbaren Hand.

In Bezug auf das eingangs genannte Selbstverständnis der Ökonomie von Muße lassen sich jetzt folgende Aspekte klarstellen. Wir haben versucht zu zeigen, dass allgemein gesehen die Ökonomie selbst qua Wohlstandshypothese eine Moralvorstellung ist, die als Komplementärelement des mechanischen Weltbildes auf die operative Einrichtung des Wirklichen abstellt. Durch die Ökonomie soll sichergestellt werden, dass das Wirkliche so eingerichtet wird, dass im größtmöglichen Ausmaß Bedingungen für Zustände der Muße für möglichst viele, aber jeweils einzelne Personen hergestellt sind. Die ökonomische Vorstellung von Muße deckt sich insofern mit dem, was allgemein als Freizeit bezeichnet wird, dass sie sich eigentlich nur dadurch auszeichnet, dass etwas nicht geschieht. Muße ist demnach die Zeit, die nicht mit unvermeidlicher Arbeit besetzt ist, d.h. als Wohlbefinden bewertet werden kann. Die Arbeit wiederum ist nötig, um die Subsistenz zu sichern und Grundbedürfnisse zu befriedigen, was wiederum die Bedingung für Muße ist. Ökonomisch gesehen bleibt Muße nichts anderes als die Opportunitätskosten der Arbeit. Einfach gesagt: Je mehr ich arbeite, desto mehr kann ich mir leisten nicht zu arbeiten. Ökonomisch gesagt: Je ökonomischer ich arbeite, desto mehr kann ich mir leisten nicht zu arbeiten. Während die Ausgangssituation menschlicher Existenz zunächst ein Zustand der Unmuße ist, in dem der ökonomische Zwang zur operativen Einrichtung der Wirklichkeit herrscht, ist der Folgezustand bei richtiger Implementation des Optimierungskalküls ein Zustand der Muße, der der Befriedigung höherer Bedürfnisse dient und frei von ökonomischen Zwängen ist.

Während diese landläufige Argumentation in einem operativen Vorstellungsrahmen nachvollziehbar ist, bleibt sie aus einer ethisch-philosophischen Sicht grundsätzlich fragwürdig und unzureichend. Warum? Weil sich der ökonomische Wert der Muße so unweigerlich und ausschließlich aus der Arbeit bemisst, die in dieser Zeit nicht verrichtet wird, und aus den Ressourcen, die in dieser Zeit nicht genutzt werden, also gar nicht Muße, sondern letztlich nur Wohlbefinden bzw. Freizeit in dieser Denkweise überhaupt thematisch werden kann. Trotz der faktisch unterschiedlichen Art und Weise, wie die Zeit „besetzt“ oder „genutzt“ wird, sie ist einzig aus Wertparametern des Optimierungskalküls bestimmt. Anders gesagt, die Zeit selbst ist nicht frei. Das liegt daran, dass überhaupt die „Idee“ von Muße in der Ökonomie sowie die alltägliche Vorstellung der Muße als Freizeit nicht aus einem eigenständigen Aufmerken auf das Phänomen der Zeit gewonnen sind. Obwohl die Ökonomie nicht ausdrücklich die Frage stellt, was Muße ist oder sein kann, ist Muße dennoch als Telos menschlicher Handlungen vorausgesetzt und so als operatives Moment implementiert. Dadurch ergibt sich aus ethisch-philosophischer Sicht zum einen die Frage, wie durch rein operative und ethisch unreflektierte Handlungen, in denen ausdrücklich nicht die Menschlichkeit als solche maßgebend ist, sondern das Eigeninteresse, Bedingungen für Muße, Freiheit und Menschenwürde hergestellt werden können. Außerdem stellt sich die Frage, woher dem Menschen das Maß zuteil werden soll, das ein Urteil darüber erlaubt, dass und wann es mit dem operativen Einrichten des Wirklichen genug ist, das ja nur als Bedingung für Muße seine Berechtigung hat, d.h. wann die Zeit für ein Handeln aufgrund und zum Wohl der Menschlichkeit gekommen ist. Ungeachtet dieser nicht nur nicht beantworteten, sondern durch die Ökonomie gar nicht gestellten ethisch-philosophischen Grundfragen operiert die Ökonomie ständig mit moralphilosophischen Grundbegriffen, die sowohl für ihr Selbstverständnis als auch für die allgemeine Wahrnehmung konstitutiv sind. So wie für Muße operativ der Sinn von Freizeit eingesetzt ist, so gilt Freiheit als die uneingeschränkte Verwirklichung des Optimierungskalküls. Zum einen subjektiv als Optimierung des Wohlbefindens, z.B. Reise- und Konsumfreiheit, zum anderen objektiv als optimaler Einsatz und Verbrauch von Ressourcen, z.B. freies Unternehmertum und Investitionsfreiheit. Die Würde des Menschen wiederum besteht vor allem darin, dem unmittelbaren Lustgewinn aufgrund einer kalkulierten Aussicht auf ein langfristig optimales Wohlstandsniveau entsagen zu können.

Da sich die Ökonomie als Wissenschaft für metaphysische Einlassungen unempfänglich gemacht hat, kann sie einen eigenständigen Sinn von Muße, Freiheit und Menschenwürde nicht in Erfahrung bringen, sondern deutet das ursprünglich Metaphysische in operative Grenzwerte um, die aber selbst in ungeklärter Weise außerhalb des Operativen liegen. Das eigentliche, weil operativ zu verwirklichende Ziel, das übrig bleibt, ist der Wohlstand an sich. Während die Wirklichkeitsvorstellung des wissenschaftlich-mechanischen Weltbildes allem Wirklichen eine technisch-maschinenmäßige Einrichtung zugrunde legt, erweist die ökonomische Moralvorstellung den unbedingten Fortschritt dieser Einrichtung als Bedingung des Wohlstandes und damit als Maßstab menschlichen Handelns. Die Einheit von Ökonomie und Wissenschaft bildet so eine in sich abgeschlossene Wirklichkeit, die die Herrschaft des Operativen sicherstellt und zusehends und auf Dauer den Machtanspruch des Ökonomischen untermauert.

Empfohlene Zitierweise:


Robert Simon: Muße, Freiheit und Würde in der Ökonomie als Wissenschaft
In: Muße. Ein Magazin, 5. Jhg. 2020, Heft 2, S. 127-141
DOI: 10.6094/musse-magazin/5,8.2020.127
URL: http://mussemagazin.de/2020/08/musse-freiheit-oekonomie/
Datum des Zugriffs: 30.10.2020

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