Debattenbeitrag

Das Verblassen eines Ideals

Zur Atemlosigkeit der Wissenschaften

Jochen Gimmel, Andreas Kirchner und Marion Mangelsdorf

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Vorbemerkungen

Mit diesem ‚Manifest‘1 beabsichtigen wir einen dezidiert streitbaren Beitrag, der als Impuls zur Öffnung der Wissenschaftsdebatte gedacht ist und die Lesenden dazu einlädt, sich selbst zu positionieren. Der Ausgangspunkt unserer Frage nach der aktuellen Verfassung des wissenschaftlichen Betriebs ist die gemeinsame Arbeit in einem Sonderforschungsbereich zur Muße, an dem wir als wissenschaftliche Mitarbeiter*innen angestellt sind. Bei der Beschäftigung mit diesem Thema stößt man unweigerlich auf wirkmächtige Wissenschaftsideale2. Das Konzept der Muße und die europäische Idee der Wissenschaft sind ideengeschichtlich eng miteinander verwoben und gehören gemeinsam zum Ferment abendländischer Wissenskulturen. Diese Ideale und die damit verbundenen Muße-Motive – wie z.B. die Selbstzweckhaftigkeit der Forschung, die emphatische Wahrheitsschau oder auch die Zeitvergessenheit des Forschens – werden noch heute im Selbstbild und in der habituellen Inszenierung von vielen Wissenschaftler*innen und wissenschaftlichen Institutionen gepflegt. Das erstaunt, da Muße ein seltenes Gut geworden zu sein scheint, glaubt man den weit verbreiteten Klagen über den steigenden Konkurrenzdruck in der Spitzenforschung, über die zunehmende Ökonomisierung der Wissenschaften und die Projektförmigkeit von kurzen Forschungs-„Slots“, finanziert durch Drittmittel und auf eng getaktete Evaluation geeicht. Es gibt keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass der wissenschaftliche Beruf und dessen Institutionen durch eine zunehmende Mußelosigkeit gekennzeichnet sind. Effizienzansprüche an den wissenschaftlichen Betrieb, der seine enormen finanziellen Verausgabungen vor der Gesellschaft durch verwertbare Resultate, einen gesellschaftlichen ‚Mehrwert‘ und eine strikte ökonomische Optimierung rechtfertigen soll, stehen in einer grundsätzlichen Spannung zum idealen Selbstverständnis wissenschaftlicher Forschung. Das trägt zu quälenden Widersprüchen im wissenschaftlichen Alltag bei. Zu diesen Widersprüchen gehört, dass viele Wissenschaftler*innen ihre Arbeitsbedingungen trotz aller Begeisterung für die Sache als leidvoll (überlastend, unsicher, antagonistisch und hierarchisch) erfahren und dennoch hinnehmen. Wir möchten hier den Kontrast zwischen Idealen und Realitäten wissenschaftlicher Forschung herausstellen. Wenn wir dabei bisweilen auch Gefahr laufen zu überzeichnen, soll das Bewusstmachen und Problematisieren dieser Widersprüche zu der dringlichen Diskussion beitragen, welche Idee der Wissenschaft wir für das 21. Jahrhundert als maßgeblich erachten wollen. Dass wir hierbei ein scheinbar überlebtes Konzept – Muße – zentral stellen, ist programmatisch, da wir hoffen, der Diskussion dadurch eine historische Tiefendimension und Radikalität zu verleihen, die nicht einfach mit dem ermüdenden Verweis auf die Sachzwänge des Status quo beantwortet werden kann.

Wir kontrastieren im Folgenden einige zentrale Tendenzen der Entwicklung akademischer Tätigkeit mit Wissenschaftsidealen, die sich als ‚Muße-Ideale‘ verstehen lassen. Ob solchen Idealen jemals auch nur ansatzweise realiter entsprochen wurde, ist fraglich.3 Dennoch halten wir es für wichtig, in einer ‚Wissensgesellschaft‘ diese idealen Ansprüche hochzuhalten und zu verteidigen. Dabei stellen wir keineswegs die Ergebnisse ideologiekritischer, wissenschaftstheoretischer und ideengeschichtlicher Untersuchungen in Frage, die kritische Perspektiven entwickelt haben und es nahelegen, solche ‚Ideale‘ in Gänsefüßchen zu verbannen und nur mit spitzen Fingern anzufassen. Dennoch versuchen wir hier solche Muße-Ideale in einer Art Apologie polemisch stark zu machen, um Kriterien zu gewinnen, die es erlauben, einen Schritt aus den Zusammenhängen unseres Arbeitsalltags heraus zu treten. Das scheinbar überkommene Wissenschaftspathos, auf das wir uns hier einlassen, kann es erlauben, Perspektiven und Positionen der Kritik zu eröffnen, die meist durch die konkreten Arbeitskontexte und Forschungsbedingtheiten verstellt bleiben. In diesem Sinne formulieren wir Utopien der Wissenschaft und verstehen diese als den Standpunkt einer Grundsatzkritik, die wir ohne den Rekurs auf solche Muße-Utopie der Forschung nicht ins Auge fassen könnten. Dass wir damit nicht den realpolitischen Implikationen wissenschaftlicher Administration gerecht werden wollen, sollte sich von selbst verstehen. Ebenso sollte klar sein, dass wir diese utopischen Ideale nicht als Privilegien gegenüber einer weiterhin entfremdeten Arbeitswelt zu erreichen hoffen, sondern sie als Infragestellung entfremdeter Arbeitsverhältnisse überhaupt verstehen. In diesem Sinne fordern wir für die im Folgenden zur Sprache kommenden Wissenschaftsideale konkrete Entfaltungsräume in den Universitäten und der außerakademischen Gesellschaft. Den emphatischen Anspruch auf Unbedingtheit der Universität, auf Freiheit von Forschung und radikale Offenheit des akademischen Diskurses ernst zu nehmen, erscheint uns unabdingbar, um die aktuellen Diskussionen zur Bedeutung der Wissenschaften im 21. Jahrhundert nicht an der Oberfläche verebben zu lassen.

In einem ersten Schritt formulieren wir aus einer Muße-Perspektive Wissenschaftsideale, um in einem zweiten Schritt von ihnen ausgehend grundlegende Kritikpunkte abzuleiten.

(Muße-)Ideale der Wissenschaft

(1) Selbstzweckhaftigkeit der Wissenschaft: Wissenschaft wurde in ihren Anfängen untrennbar auf Muße bezogen. Sie galt keineswegs bloß als eine äußerliche Bedingung, sondern vielmehr wurde ihr eine eigentümliche Struktur zugeschrieben, die zugleich wissenschaftliche Tätigkeiten wesentlich bestimmen sollte: Selbstzweckhaftigkeit. Ein wesentliches Kriterium von Wissenschaft ist es, Erkenntnis nur um Willen der Erkenntnis zu suchen und letztlich keine anderen Zwecke gelten zu lassen. Solche Selbstzweckhaftigkeit ist bereits im Staunen angesprochen, das als der Anfang aller Wissenschaft galt. Selbstverständlichem wie Überraschendem als Fragwürdigem begegnen zu können, setzt eine Muße voraus, die dem Druck der Alltagspraxis und dessen Handlungszwängen enthoben ist und für sich in Anspruch nimmt, nichts leisten zu müssen und darum alles denken zu dürfen. Solche Muße-Momente erlauben erst die Radikalität eines wissenschaftlichen Fragens, das sich nicht durch praktische Zwecke, Nutzenabwägungen oder gesellschaftliches Ansehen einschränkt. Eine wissenschaftliche ‚Gründlichkeit‘, die das Forschen ins Unendliche fortgehen lässt, da es sich mit den gefundenen Antworten nie zufriedengeben will, muss von einer Begeisterung (eudaimonia) getragen sein, um nicht zu einem Fluch zu werden. Die Wissenschaft scheint ‚interessenloses Wohlgefallen‘ (Kant) an dieser abgründigen Erfahrung des Wissens nehmen zu können.

(2) Wahrheit als Begeisterung (eudaimonia): An solchem ‚Glück der Erkenntnis‘ (Horkheimer/Adorno) – ein Glück der Muße – findet das Movens aller Wissenschaft seine spezifische Charakterisierung: die Begeisterung der Suche nach Wahrheit. Unabhängig davon, welche Wahrheitskonzepte in den Wissenschaften zu Grunde gelegt werden, ob sie nüchtern-pragmatisch ausfallen, formal, deskriptiv oder emphatisch-existentialistisch: Wissenschaft soll als Selbstzweck in der Suche nach Wahrheit in actu ihre Erfüllung finden. Man kann von einem Pathos der Wahrheit sprechen, das weit davon entfernt ist, ‚Rausch und Leidenschaft‘ (Weber) bloß ausnüchtern zu wollen, sondern diese gar zu Voraussetzungen echter wissenschaftlicher Arbeit erklärt. Die Begeisterung der Wahrheitssuche hat ihre Entsprechung im Motiv eines platonischen Eros und Daimons, einer Muße, die der Manie des Wissens Raum eröffnet. Sich als Person dem fragenden Streben nach Wahrheit(en) hinzugeben, die Muße zu haben, sich Fragen unbedingt widmen zu können, wurde als wesentliche menschliche Entfaltungsmöglichkeit verstanden und stellt als solche bis heute einen Subtext der Idee von Wissenschaft dar.

(3) Wissenschaft als Bildung: Im Sinne menschlicher Selbstentfaltung erweist sich Wissenschaft genuin als Bildung. Damit sind nicht bloß Lebensabschnitte und Berufe angesprochen, sondern vielmehr die konstitutive Entfaltung der Persönlichkeit. Von dieser (modernen, humanistischen) Idee zehren Bildungsideale, die programmatisch Forschung und Lehre miteinander verknüpfen. Der radikal-selbstzweckhafte Muße-Freiraum der Wissenssuche stellt in diesem wirkmächtigen Ideal den eigentlichen Nährboden dar, dem selbstbewusste und -bestimmte Menschen entwachsen sollen. Forschen (als lebenslanges Lernen) im Sinne der Persönlichkeitsentfaltung wäre nicht mehr von Lehre als deren lebendige Ausdrucksform zu unterscheiden. Nicht die Verbindung von Forschung und Lehre ist in dieser Perspektive also künstlich, sondern deren Trennung. Forschung als Bildung vom Bildungsprozess der Nachwuchsforschenden abzusondern, bedeutet vor der eigenen Zukunft zu verstummen. Mit einem solchen emphatischen Bildungsbegriff ist aber nicht bloß die individuelle Person angesprochen, sondern vielmehr die Menschheit selbst, die sich mit der Wissenschaft ausbilden könnte, wo sie aus ihrer ‚Unmündigkeit‘ (Kant) herausfände. So zielt die Idee der Wissenschaft auch auf ein Muße-Moment im Leben der Menschheit, durch welches die Möglichkeit historisch erst gegeben wäre, sich von der blinden Schicksalsmacht der Ignoranz zu einer verwirklichten Humanität zu befreien.

(4) Freiheit der Wissenschaft: Von Selbstzwecken ist im Kontext aufklärerischen Denkens meist in Bezug auf Freiheit die Rede. Just der Wissenschaft wurde zugesprochen, durch Einsicht Selbstbestimmung allererst zu ermöglichen und im vernünftigen (wenngleich oft stillen) Urteil eine Instanz zu bilden, die als einzig freiheitliche Autorität gelten könne. Vorderhand meint die Freiheit der Wissenschaft aber ein sehr konkretes Ideal, nämlich (in Betreff der Wahrheit) ganz unabhängig vom ‚Befehle der Regierung‘ frei dazu zu sein, ‚alles zu beurtheilen‘ (Kant). Die charakteristische Schwellenstruktur von Muße, die sich aus einer negativen ‚Freiheit von‘ ergibt und in eine positive ‚Freiheit zu‘ verweist, kehrt hier in wissenschaftspolitischer Wendung wieder. Wissenschaft wird zugleich als Freiraum von und für die Gesellschaft aufgefasst und bildet in dieser Ausnahmestruktur einen idealen Souveränitätsraum der Erkenntnis. Sie darf und muss sich von den Obliegenheiten der Politik, Wirtschaft und Privatsphäre frei halten und schafft gerade dadurch einen Freiraum, in dem die dringendsten menschlichen Anliegen zur Formulierung finden können. So wird es der Gesellschaft zugleich möglich, zu sich selbst in ein Verhältnis freier Gestaltung zu treten. Dieser Freiheitscharakter der Wissenschaft, der einmal innig mit dem Freiraum der Muße in Verbindung gebracht wurde, findet in den Idealen der Ergebnisoffenheit und Selbstkritik ihre methodische Entsprechung und Umsetzung.

(5) Offenheit der Wissenschaft: Es ist der Idee der Wissenschaft inhärent, ergebnisoffen zu forschen. Dieses methodische Diktum ist emblematisch für eine ideale wissenschaftliche Haltung, die sich einem potenziell unabschließbaren, offenen Erkenntnisprozess, der als Selbstzweck begriffen wird, verpflichtet sieht. Ergebnisoffenheit ist der Modus einer selbstzweckhaften Tätigkeit, die sich gerade nicht als die Produktion von Ergebnissen, Lösungen oder patenten Antworten versteht, also nicht als herstellende Tätigkeit, sondern als begeisterte Wahrheitssuche, die in sich selbst ihre Erfüllung hat. Diese grundsätzliche Offenheit gewährt den freien Bezug zu den Gegenständen des Wissens. Das bedeutet auch, dass ‚Irrtum‘ in der Wissenschaft nicht bloß als Fehlschlag begriffen werden kann (wie es in einer Produktionslogik der Fall wäre), sondern als (Irr-)Weg doch zugleich eine Annäherung an Wahrheit darstellt. Das Begehen von Irrtümern ist in diesem Sinn methodisches Prinzip und lässt Wissenschaft als eine Kultur des Scheiterns und als essayistisches Verfahren verstehen. Das bedeutet mithin, dass in der Wissenschaft dem Fragen gegenüber dem Antworten grundsätzlich ein höherer Wert zuzukommen hat. So begriffen vermag Wissenschaft der Haltung des Staunens, der sie entstammt, zu entsprechen.

(6) (Selbst-)Kritik der Wissenschaft: Die Freiheit der prinzipiellen Erkenntnis-Offenheit findet in der radikalen (Selbst-)Kritik der wissenschaftlichen Haltung ihr Komplement. Wissenschaft ist eben kein unverbindliches Umherschweifen der Intuition, sondern ein Begreifen durch Unterscheiden, Abgrenzen und Bestimmen, d.h. sie ist wesentlich Kritik. Damit steht sie aber nicht im Widerspruch zur grundsätzlichen Offenheit, sondern zeigt vielmehr an, wie sie diese ‚voraussetzungslos‘ (d.h. ohne äußere Zwecke, Nutzen o.ä. zu verfolgen) zu erschließen vermag. Als Kritik – Unterscheidung, Abgrenzung und Bestimmung – werden die Schritte auf dem Weg der Erkenntnis getan und finden darin Halt und Fundament. Sie ist zuerst und wesentlich Selbstkritik, das heißt, ihr wohnt eine fundamentale Reflexivität inne. Erkenntnisfortschritt ist nur durch Selbstkritik gewährleistet, die in der Lage ist, den Weg der Ausdifferenzierung der Erkenntnis zu reflektieren. Dieses grundsätzlich kritische Vorgehen entspringt dem strukturellen Freiraum der Wissenschaft, den wir in der Muße angesprochen haben, denn es verlangt ein ‚Pathos der Distanz‘ (Nietzsche), das sich zu sich und seinen Gegenständen frei ins Verhältnis setzen kann. Wissenschaft beruht grundlegend auch auf dieser Epoché in Muße, die (Selbst-)Kritik erst ermöglicht.

(7) Wissenschaft als Gesprächskultur: Freilich war das kritische Verfahren der Wissenschaft von alters her nicht zuerst in der kritischen Selbstreflexion begründet, sondern vielmehr im kritischen Dialog mit Anderen. Dieser wird als Verfahren internalisiert, d.h. Wissenschaft versteht sich in ihrem Ausdruck immer als ein (Streit-)Gespräch mit Anderen, selbst da, wo sie Monologe hält. Die Ideen eines inneren ‚Gerichtshofes der Vernunft‘, diskursiver Logik, oder der Überzeugungskraft des besseren Arguments zeugen von diesem fundamentalen Gesprächscharakter der Wissenschaft. Sie gewinnt aus dieser Dialogizität Wahrheitskriterien der Gesprächskultur. So ist noch die fundamentale Forderung nach Aussagen clare et distincte (Descartes) eine, die sich aus den Anforderungen der Vermittlung ergibt, die also dem Gesprächs- und Disputcharakter der Wissenschaft entspringt. So sind die wissenschaftlichen Prinzipien der Publizität, der Transparenz und der Universalität bzw. Allgemeinheit letztlich Prinzipien, die dem freien Gespräch unter Menschen Rechenschaft leisten und die individuelle Wahrheitsbegeisterung in ein gesellschaftliches Verhältnis versetzen. Wie an kaum einem anderen Ort wird in diesem Gesprächsideal der Wissenschaft an Kriterien menschlichen Umgangs festgehalten: Grundsätzliche Gewaltlosigkeit der Begegnung, das Zugeständnis, dass jeder Mensch etwas Wichtiges und Unbekanntes zu sagen haben könnte, die Bereitschaft, sich in Frage stellen zu lassen und widersprüchlichen Position Aufmerksamkeit zu schenken in einem Gespräch, das sich ohne weitere Absichten um ein Thema versammelt. Wissenschaft als eine ideale Kultur des Gesprächs basiert auf der Muße als Grund und Rahmen solcher Begegnung.

Die vorausgegangenen Ideale der Wissenschaft lassen sich in ihrer Gemeinsamkeit als ein Ethos der Muße begreifen.

Kritik der Realität des wissenschaftlichen Betriebs

(1) Ökonomisierung der Wissenschaft – wissenschaftliche Chrematistik: Welchen Wert hat Wissenschaft? An was misst sich ihr Wert? Ist sie etwas wert oder nicht vielmehr ein Gut? – Betrachtet man die Entwicklung des wissenschaftlichen Betriebs, der akademischen Institutionen, der Forschungs- und Lehreinrichtungen vom Standpunkt der Muße-Ideale aus,  dann hat man allen Grund die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen: Die Wissenschaften werden durch scheinbar ökonomische Maßgaben des Nutzens, der Anwendbarkeit und Effizienz nicht nur ihrer leidenschaftlichen Begeisterung beraubt, viel schlimmer: Forschung als Wissensmanagement (New Public Management) beugt sich pseudo-ökonomischen Effizienz- und Leistungsstandards, die gar keiner vernünftigen Abwägung von Aufwand und Nutzen, von Zwecken und Mitteln der Wissenserzeugung entsprechen. Die Produktions-, Publikations-, Evaluations- und Administrationsmaßgaben gehorchen der Logik einer Verabsolutierung lediglich szientifischer Mittel und Effekte. Was zählt, ist nicht die Wissenschaft als solche, sondern die schiere Quantität erzeugbarer Ergebnisse, deren Absatzreichweite in Impact-Faktoren gemessen und deren Messbarkeit selbst zu einem Gütesiegel erklärt wird. Die sich ökonomisch gebarende Geschäftigkeit des Wissensmanagements hat sich als Institution zum Selbstzweck erklärt und macht gerade darum aller selbstzweckhaften Wissenssuche den Garaus. Die weitverbreitete Rede von einer Ökonomisierung der Wissenschaften wäre darum treffender durch die einer um sich greifenden wissenschaftlichen Chrematistik zu ersetzen: Vergleichbar mit dieser Erwerbsform, die ihren Zweck nicht in der Gewährleistung des Notwendigen oder des stofflichen Reichtums findet, sondern in der bloßen Vermehrung des Geldes, tendieren auch die Mittel und Währungen des akademischen Marktes – Evaluationen, Methodiken, Institutionen und Publikationen – in zum Teil absurder Weise dazu, sich als Zwecke absolut zu setzen. Es macht den Anschein, dass sich – dem Midas gleich – alles, was Forscher*innen anfassen, zu Projekten und Veröffentlichungen verwandelt, während sie an Einsichten verdursten. Wissenschaft ist heute eben ganz und gar nicht effizienter als zuvor, wenn ihr ‚Effekt‘ sein sollte, freie und fundamentale Erkenntnissuche zu gewährleisten. Vielmehr scheint jede neue Management-Lösungen vornehmlich auf die Steigerung des Outputs, der Werbewirksamkeit und einer sich formal emsig gebärdenden Betriebsamkeit zu zielen. Es ist nicht bloß die Zunahme an Verwaltungsakten, die den Forschenden die Luft zum Forschen raubt, sondern die in die Binnenstruktur eingesickerte Chrematistik der Wissensproduktion selbst, der ständigen Aus- und Verwertung des Forschens. Ökonomisierung der Wissenschaften bedeutet eigentlich eine betriebsförmig sich auswertende Auswertung, Evaluation evaluierender Methodik. Zum Selbstzweck erhoben lässt der wissenschaftliche Betrieb den tatsächlichen Zweck von Wissenschaft vergessen, nämlich das offene Fragen, die Radikalität der Kritik und das (privilegierte) Glück, Welt als einen Erkenntnisreichtum erfahren zu dürfen.

(2) Produktionslogik: So gilt nicht mehr die Forschung und mithin die Suche und Frage nach Wahrheit als Selbstzweck, sondern zunehmend bloß noch die Produktion von Ergebnissen – ungeachtet dessen, ob ihr überhaupt eine Frage zugrunde liegt. Unter dem Diktat der vorherrschenden Antragslogik werden die ‚Forschungsdesigns‘ nach der zu erwartenden Quantität erzeugbarer Resultate ausgerichtet. Damit wird die Idee der Ergebnisoffenheit von Forschung ad absurdum geführt und tendenziell nur noch das erforscht, was Prognostizierbares und so letztlich Bekanntes behandelt, oder es werden bereits etablierte Forschungsthesen lediglich in Variationen bis zur Übersättigung wiederholt. Forschung verkümmert so im besten Fall zu einem epistemischen Handwerk, meist verkommt sie aber zu einer quasi maschinellen Abfertigung akademischer Inhalte. Diese Tendenz treibt ihre Blüten in der Publikationsflut und dem Zwang, diese zu reproduzieren und unablässig zu erweitern. Allen ist klar, dass die durchschnittlich aufgeführte Forschungsliteratur in einem Fachaufsatz in der Regel den zeitlichen Rahmen sprengt, um tatsächlich gründlich studiert worden zu sein. Ebenso ist allen bewusst, dass die zig-seitigen Publikationslisten in akademischen Lebensläufen einer Logik quantitativer Verwertung und Vervielfältigung im Zweifelsfall sehr begrenzter Inhalte entstammen. Da niemand alles zur Kenntnis nehmen kann und will, was um der wissenschaftlichen Produktionsleistung willen in die Welt gesetzt wurde, wird der Mangel an inhaltlicher Auseinandersetzung durch die Überfülle an Verweisen und Publikationen kompensiert. Wir produzieren und reproduzieren Forschungsergebnisse nach einer Logik expansiver Wissensverwertung, die ihr Modell im Produktionswahnsinn des Kapitalismus findet.

(3) Mensch als Mittel des wissenschaftlichen Betriebs: Wo es nützlich ist, wird die Bedeutung und Würde der Alma mater, die gütig Bildung und Wissen spendet und den Geist nährt, betont. Dagegen sind die universitären Institutionen weniger spendabel, wenn es um die materielle Sicherheit ihrer Wissensarbeiter*innen geht. Die hehren Institutionen der Wissenschaften erzeugen systematisch und willentlich ein Prekariat, das sich dankbar zeigen soll, ob der Dignität und des Renommees dieser Institutionen, von welcher man profitiere und von dem man als ‚Nachwuchswissenschaftler*in‘ zehren dürfe. So kommt es zum zwanglosen Zwang der besseren Selbstausbeutung. Forscher*innen sind dazu gezwungen (venia legendi) als Privatdozent*innen Lehre zu absolvieren, ohne dass sie dafür eine angemessene Vergütung erhalten. Die verhältnismäßig gut bezahlten Stellen bleiben vor der Professur grundsätzlich befristet, um den Karriereeifer nicht abflauen zu lassen. Arbeiten für den regulären Betrieb der Institute werden immer wieder durch Drittmittelangestellte oder Stipendiaten geleistet, was frech als Qualifizierungsmaßnahme verbucht wird. Die Aussicht auf vermeintlich goldene Zeiten einer ordentlichen Berufung nach Jahren der Entbehrung und der Unsicherheit halten gegenüber diesen Missständen das Murren leise. „Da mussten wir alle durch!“, lässt sich dann oft vernehmen. „Alles halb so schlimm, das ist notwendig, um die Spreu vom Weizen zu trennen!“ Dass es hier um Menschen geht, um konkrete Schicksale und Leben, erscheint zweitranging, schließlich geschieht das alles im Dienst der ‚Sicherung der Qualität von Forschung und Lehre‘, des Wettbewerbs der Besten im Ranking der Exzellenzen. – Man darf bezweifeln, dass es wirklich die Besten sind, die durchhalten und ihr übriges Leben zurückstellen. Aber das System trägt sich selbst, denn wer ‚es geschafft hat‘, sieht oft darin allein schon den Beweis, dass er es auch verdient hat! Wer als Exzellenz aus der Feuerprobe des akademischen Selektionskrieges hervorgegangen ist, wird sich nicht scheuen, seine vielversprechenden Epigon*innen wieder in das gleiche Feuer zu stürzen – gilt das doch als die Feuerprobe auf die Qualität der zukünftigen Eliten. Auf dem akademischen Karriereweg wird man so vor allem zum Experten machtstrategischen Denkens, das einen lehrt, wann man servil und wann offen aggressiv agieren muss. Der so anerzogene akademische Machtinstinkt verwandelt die Erotoman*innen des Wissens in Egoman*innen der Karriere. Kolleg*innen werden zur „Ressource“, zu „wertvollen Kontakten“, „Knotenpunkten im Karrierenetzwerk“ – sie werden auf Funktionen reduziert und funktionalisieren sich selbst. Die Suche nach Anerkennung durch die wissenschaftliche Community kann zu einer Droge werden, die Leben, Leber und Rückgrat nachhaltig zersetzt.

(4) Dysfunktionen der Hierarchie: Nachwuchswissenschaftler*innen – schon der Ausdruck ist zynisch; die damit Bezeichneten sind oft schon ergraut und im besten Alter, nämlich dem der Familiengründung, die sie gerade verpassen. Ist die Hürde erstmal genommen und eine Professur erreicht, scheinen allerdings absurderweise die Qualen des Kampfes um Anerkennung und die Überforderung durch die Funktion, die man als Patron*in der Akademie auszufüllen hat, nicht abzunehmen. Die Lehrstuhlinhaber*innen haben sich keineswegs einen Freiraum der Forschung erkämpft, sondern vor allem die lastende Pflicht (für andere) in institutionelle Verantwortung genommen zu sein. Nun schielen sie neidisch auf das angebliche Privileg ihrer Mitarbeiter*innen, noch Zeit und Freiheit zum Forschen zu haben, das sie gerade aufgrund des Privilegs ihrer Stellung verloren glauben. Es ist das Höllische an dieser Institution, dass der Himmel tatsächlich immer nur das Leben der Anderen ist. Die universitären Hierarchien schaden somit letztlich allen Beteiligten und pervertieren die angebliche Effizienzsteigerung zudem durch quasi feudale Strukturen, in denen Engagement, Originalität, Begabung oder sonstige nüchterne Kriterien oftmals gegenüber anbiedernden und paternalistischen Untugenden hintangestellt werden. Das immense Gefälle zwischen den Statusgruppen befördert auf einer strukturellen Ebene Machtmissbrauch und Ausbeutung. Die Rechtfertigung dafür erfolgt im Zweifel auf Veranstaltungen, bei denen diejenigen, die an der Spitze der Hierarchie stehen, über sich selbst und miteinander sprechen und das eigene Genie herausstellen. Schließlich wüssten die arrivierten Wissenschaftler*innen besser, was die jungen erst noch lernen müssten, um weiter zu kommen. D.h. umgekehrt: Wer es nicht weit bringt und unter dem akademischen Selektionsdruck zusammenbricht oder sich diesem entzieht, der trägt daran allein Schuld. Der universitäre Betrieb und die akademischen Karrieremodelle stützen Strukturen der unbedingten Subordination und nehmen sich bis heute vor allem die eine Freiheit, die darin besteht, sich der sonst üblich gewordenen demokratischen Mitbestimmung weitgehend zu enthalten.

(5) Tyrannei des Primats der Anwendung: „Verschwendung von Steuergeldern!“ – dieser empörte Vorwurf trifft vor allem die theoretischen Disziplinen. Die Schmähung des Theoretischen stört sich am Moment des Innehaltens, das mit ihm einhergeht und dessen Ausbleiben neue Formen von Geistesarmut und Selbstvergessenheit forciert. Allein Anwendungsorientierung und konkreter Nutzen gelten zusehends als legitimierende Kriterien für Wissenschaft. Fragen wie „Was bringt uns das?“, „Wozu brauchen wir das?“ oder „Was kann man damit machen?“ sind Kennzeichen einer Verwertungslogik des Wissens, die selbst Grundlagenforschung nicht als Selbstzweck toleriert. Das kritische Ethos der Wissenschaft muss so einer blinden Praxis weichen. Wozu auch die Breite eines Plurals an theoretischen Ansätzen, wenn die Realität doch patente Lösungen für praktische Probleme erfordert? Dieses Schielen auf mögliche Anwendungsbezüge findet in der utilitaristischen Wertlogik ihr theoretisches Rüstzeug, das sich aber das eigene Fundament abgräbt und den Begriff des Nutzens selbst aushöhlt, wenn sich die Zwecke des Nutzens nicht jenseits eines Nutzens angeben lassen. Das Entscheidende an der Wissenschaft ist gerade, dass sie allen Fragen nach der Nützlichkeit vorausgeht und diese überhaupt erst ermöglicht, insofern sie aus dem Horizont ihrer Selbstzweckhaftigkeit über Nutzen zu urteilen erlaubt. Wo sie etwa die Frage nach dem guten und rechten Leben, nach Werten und Entscheidungsinstanzen auf einer fundamentalen Ebene stellen, zeigen sich die Wissenschaften gerade nicht als Instrumente gesellschaftlicher Interessen, sondern als gesellschaftliches Organ gelingender Existenz.

(6) Schauspiel der Wissenschaft: Das viel beschworene Ideal der Objektivität von Wissenschaft weckt oft eine Erwartungshaltung nach sicheren Fakten und konkreter Brauchbarkeit. So wird ein erkenntnistheoretisches Problem zu einem uneinholbaren Versprechen. Doch die kritische Distanz zu solchen Erwartungen ist für Wissenschaft unabdingbar. Das gilt gerade auch bei der Vermittlung wissenschaftlicher Forschung, die Gefahr läuft, „Personen, Drittmittelrekorde und Erkenntnisse […] wie Schokoriegel oder Kleinwagen“ (Julika Griem) zu verkaufen. Wissenschaftskommunikation in einem weiten Sinn, die Vermittlung von Forschung durch Publikationen, Debattenbeiträge, Lehre sowie das Gespräch der Wissenschaftler*innen untereinander ist essenziell. Doch unter karrierestrategischen Gesichtspunkten werden Null-Ergebnisse unterschlagen und schwache Hypothesen künstlich aufgebläht, denn andernfalls wäre ein Scheitern im ‚Kampf um Anerkennung‘ zu befürchten. Durch die strukturell geförderte Sensationslüsternheit gerät aus dem Blick, dass auch unspektakuläre oder unpassende Forschungsergebnisse eminent wichtig für das Vorankommen der Wissenschaften sind. Die ‚guten Ergebnisse‘ werden beim Buhlen um Aufmerksamkeit allzu schnell absolut gesetzt. Im Ringen um Reichweite und Publicity, um Fördermittel, Prestige und Gehör wird ein Gestus der Letztgültigkeit und Bedeutungsschwere bedient, ohne die Bedingtheit und Grenzen der Forschung ebenso herauszustellen. Die Komplexität wissenschaftlicher Ergebnisse wird dann allzu schnell von den Spektabilitäten auf dem Altar des Spektakulären geopfert. Zeit und Muße, die ein redliches wissenschaftliches Arbeiten erfordert, werden nicht allein durch den Zwang, sich zu präsentieren, absorbiert. Auch die zunächst mit viel Potenzial für neue Formen der Wissensvermittlung einhergehenden technisch-medialen Revolutionen der letzten Jahrzehnte haben ihren Anteil daran, wo sich die Wissenschaft in erster Linie den Ansprüchen der Aufmerksamkeitsökonomie überlässt. Derartige Entwicklungen versetzen Wissenschaftler*innen und Wissenschaft in eine ungeheure Atemlosigkeit.

(7) Verstummen des (inter-)disziplinären Gesprächs: Zweifelsohne lebt Wissenschaft auch von einer radikalen Spezialisierung, was Max Weber dazu veranlasste, die Begeisterung für die Wissenschaft an eben selbe zu knüpfen: „Und wer also nicht die Fähigkeit besitzt, sich einmal sozusagen Scheuklappen anzuziehen und sich hineinzusteigern in die Vorstellung, daß das Schicksal seiner Seele davon abhängt: ob er diese, gerade diese Konjektur, an dieser Stelle dieser Handschrift richtig macht, der bleibe der Wissenschaft nur ja fern!“4 Doch die notwendige Ausdifferenzierung gerät mehr und mehr in Konflikt mit dem Anspruch eines universitären, fachübergreifenden Gesprächs. Es ist nicht die Spezialisierung, die zu Diskursblasen führt, die zu platzen drohen, wenn sie durch andere Perspektiven durchkreuzt werden, sondern die Unfähigkeit bzw. der Unwille, sich der radikalen Disparität wissenschaftlicher Zugänge auszusetzen und sich dadurch in Frage stellen zu lassen. Es ist die Scheu vor dem offenen Konflikt und damit vor dem wissenschaftlichen Gespräch selbst, die zu Fragmentierung und letztlich zu disziplinärem Autismus führt. Das durch professionalisiertes Desinteresse verbürgte Gelingen interdisziplinärer Kooperationen führt nur zu oft zu einem stummen Nebeneinander eigentlich widerstreitender Positionen. Die damit einhergehenden Vereindeutigungen disparater und nicht zueinander ins Verhältnis gesetzter Weltdeutungen lassen sich als eine Ambiguitätsintoleranz verstehen, die im Gegensatz zur Spezialisierung tatsächlich die Bezeichnung ‚Fachidiotie‘ verdient hätte. So verstummt in der Selbstverschanzung eines disziplinären Laissez-faire, was einmal als muntere Streitkultur begann.

Im Zuge der Bologna-Reform und der Exzellenzstrategie haben sich die hier beschriebenen Missstände potenziert. Wir möchten hier jedoch, wie zu Beginn bereits gesagt, keineswegs konkrete Vorschläge oder Forderungen entwickeln, sondern in erster Linie durch die Kontrastierung von Muße-Idealen mit einer Entwicklungstendenz der Wissenschaftspolitik, die diesen entgegenläuft, eine Grundsatzdebatte voranbringen und ein neuerliches Nachdenken über und eine Besinnung auf die Grundlagen und Bedeutung der Wissenschaft fruchtbar machen. So schließen wir uns der berechtigten Kritik an dieser Entwicklung an, die durch studentische Proteste, Initiativen der Lehrenden, der Gewerkschaften und verschiedener Stiftungen formuliert wurde. Gerade mit dem Verweis auf Muße hoffen wir jedoch diese Debatten um einen fundamentalen Aspekt bereichern zu können, der die Frage stellt, für welche Idee von Wissenschaft wir uns in Zukunft einsetzen wollen. Es geht uns an dieser Stelle also in erster Linie nicht um mehr Forschungsgelder, Ressourcen oder Stellen, sondern um die Beförderung der offenen Diskussion über unser Verständnis, was Wissenschaft in einer Wissensgesellschaft überhaupt sein und leisten soll. Doch steht durchaus in Frage, ob die herkömmlichen Universitäten heute überhaupt noch den Rahmen bieten können, den es für die Verwirklichung einer emphatischen Idee von Wissenschaft bräuchte. Umso mehr sehen wir die unbedingte Öffnung dieser Debatte als dringend notwendig an. Die Autonomie der Wissenschaft auch in Zeiten des Ausverkaufes zu verteidigen, erfordert es, sich auf ein Ethos der Muße zu besinnen.

Empfohlene Zitierweise:


Jochen Gimmel, Andreas Kirchner und Marion Mangelsdorf: Das Verblassen eines Ideals. Zur Atemlosigkeit der Wissenschaften
In: Muße. Ein Magazin, 5. Jhg. 2020, Heft 2, S. 15-25
DOI: 10.6094/musse-magazin/5,8.2020.15
URL: http://mussemagazin.de/2020/04/das-verblassen-eines-ideals/
Datum des Zugriffs: 30.10.2020

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